Vertreterversammlung 2014

24. Juni 2014

Marl/Recklinghausen. „Es geht nicht an, dass solide deutsche Genossenschaftsbanken im Zweifel für die abenteuerlichen Risiken europäischer Großbanken aufkommen.“ Olaf Kilimann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Marl-Recklinghausen eG, erinnerte die deutsche Politik während der Vertreterversammlung am Dienstagabend, 24. Juni, in der Marler Vesthalle an ihre im Wahlkampf 2013 gemachten Versprechen. Eine zentrale Aussage damals: Die deutschen Besonderheiten sollten bei der Bankenaufsicht berücksichtigt werden.

Ganz so ist es nicht gekommen. Vor allem die Kosten zur Umsetzung der erheblich gestiegen regulatorischen Anforderungen stehen gerade bei Regionalbanken wie der Volksbank Marl-Recklinghausen eG in keinem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Dennoch, so betonte Olaf Kilimann, kann die Genossenschaftsbank für 2013 auf ein stabiles Ergebnis verweisen.

So wurde das Kreditengagement im Jahresvergleich um 1,6 Prozent erhöht. Die Kundenforderungen stiegen auf beachtliche 500 Millionen Euro. „Vor allem unsere solide Eigenkapitalbasis ermöglicht es, den Mittelstand auch künftig in ausreichendem Maß mit Krediten zu versorgen“, blickte der Vorstandsvorsitzende nach vorn.

In Folge verringerter EZB-Finanzierungen hat sich die Bilanzsumme trotz des Wachstums im Kreditgeschäft leicht reduziert. Damit gehen aber auch die Reduzierung von risikotragenden Positionen und die Verbesserung struktureller Erfolgskennzahlen einher. Olaf Kilimann: „Angesichts des dauerhaften Niedrigzinsumfeldes hat sich unser Vorgehen bislang als absolut richtig erwiesen.“

Entscheidend für einen guten Jahresabschluss ist eine stabile Ergebnissituation. Hier hat die Bank im letzten Jahr ein hohes Niveau erreicht und kann so weitere Reserven bilden. Leicht gestiegenen Personalkosten stand 2013 die Verbesserung der Aufwands-Ertragsrelation auf 68,7 Prozent gegenüber. Den Zinsüberschuss in Höhe von 2,07 Prozent bezeichnete Olaf Kilimann angesichts der immer geringer werdenden Zinsmargen als ein ordentliches Ergebnis. Der Provisionsüberschuss erreichte mit 0,6 Prozent der Bilanzsumme einen gegenüber dem Vorjahr leicht verbesserten Wert.

Weiter wusste der Vorstandsvorsitzende von einem erfreulich hohen Kundengesamtvolumen zu berichten. Diese Kennzahl, aktuell immerhin 1,844 Milliarden Euro, beinhaltet die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite inklusive der von der Bank betreuten Produkte der Verbundpartner aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Investiert hat die Volksbank Marl-Recklinghausen eG in die Renovierung der Geschäftsstelle Drewer-Süd und in die neue Geschäftsstelle Waldsiedlung am Bachackerweg. Die modernen und hellen Räume sind barrierefrei erreichbar. Investiert wurde zudem in die Neugestaltung der Internetseite, die jetzt noch übersichtlicher und benutzerfreundlicher aufgebaut ist.

Neugestaltung Victoriastraße
Der Vorentwurf für den neuen Anbau an der Hauptstelle an der Marler Victoriastraße.

Mit der Neugestaltung der Hauptstelle Victoriastraße hat sich die Volksbank ein ambitioniertes Bauprojekt vorgenommen, von dem spätestens ab 2017 alle Mitglieder und Kunden profitieren sollen. Rund 13 Millionen Euro werden in den Abriss der Altbausubstanz und in den dann möglichen Neubau fließen. Ein auf die Zukunft ausgerichtetes Projekt, das auch städtebauliche Akzente setzt.

Olaf Kilimann erinnerte daran, dass die genossenschaftliche Bank mit ihren rund drei Millionen Euro Steuern und mit ihrer breiten Unterstützung von Gruppen und Vereinen auch 2013 gezielt zur Verbesserung des Gemeinwesens in der Region beigetragen hat.

Aufsichtsratsvorsitzender Johannes Oeldemann nannte vor der Beschlussfassung zur Verwendung des Jahresüberschusses noch einmal die Eckdaten: Gut 3,5 Millionen Euro wurden erwirtschaftet. Zwei Millionen davon fließen direkt in die Rücklage. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro erlaubt eine 5-prozentige Dividende. Insgesamt rund 600.000 Euro gehen somit an die Mitglieder.

Der Rest wird jeweils zur Hälfte in die gesetzliche und in andere Ergebnisrücklagen eingestellt. Diesem Vorschlag, wie auch der beantragen Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, stimmten die Vertreter zu. Einstimmig wurde auch dem Vorschlag, die aus dem Aufsichtsrat turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder Susanne Brämer und August Hermann Rütter erneut in dieses verantwortungsvolle Ehrenamt zu wählen, zugestimmt.