Herausforderung Niedrigzinsen

18. Januar 2017

Marl/Recklinghausen. Die Volksbank Marl-Recklinghausen eG ist zufrieden mit dem Verlauf ihrer Geschäfte im zurückliegenden Jahr. Wie Vorstandsvorsitzender Olaf Kilimann jetzt beim traditionellen Bilanzpressegespräch berichtete, stellte insbesondere das anhaltende Niedrigzinsniveau die Bank vor große Herausforderungen: „Wenn wir überschüssige Kundengelder bei unserer Zentralbank anlegen, müssen wir inzwischen Negativzinsen dafür bezahlen. Unser Ziel bestand deswegen darin, möglichst viel von den anvertrauten Geldern als Kredite herauszugeben.“

Vorstand und Aufsichtsrat
von links Olaf Kilimann (Vorstandsvorsitzender), Johannes Oeldemann (Aufsichtsratsvorsitzender) und Andreas Geilmann-Ebbert (Mitglied des Vorstandess)

Dass dies der Bank gelungen ist, zeigt der Blick in die Bilanz. Während sich die bilanziellen Kundeneinlagen gesteuert um 1,3 Prozent auf 860 Millionen Euro reduzierten, erhöhten sich die Kundenkredite um 3,7 Prozent auf 562 Millionen Euro. Mit 1,070 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,075 Milliarden Euro) blieb die Bilanzsumme nahezu konstant. Was diese Zahlen nicht widerspiegeln, sind die Geschäfte, die die Bank im Auftrag ihrer Kunden mit den Partnerinstituten aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe tätigt. Olaf Kilimann: „Unter
Einschluss des sogenannten Verbundgeschäfts steigen die uns anvertrauten Gelder um 0,6 Prozent auf 1,253 Milliarden Euro. Und im Finanzierungsbereich erreichen wir einen Zuwachs von vier Prozent auf 706 Millionen Euro.“ Beim betreuten Kundenvolumen (aktuell: 1,959 Milliarden Euro) – das ist die Summe aller Kundengelder und Ausleihungen innerhalb und außerhalb der eigenen Bilanz – hat die Bank Kurs auf die Zwei-Milliarden-Marke genommen.

Stichwort Verbundgeschäft: Hier verzeichnete die Volksbank eine unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Segmente. Während sich die Zahl der neu abgeschlossenen Bausparverträge reduzierte, erzielte die Bank bei der Vermittlung von Lebensversicherungen
bei Stückzahl (plus 10,5 Prozent) und Volumen (plus 59 Prozent!) deutliche Zuwächse.
Aufwärts ging es auch mit dem Wertpapiergeschäft der Volksbank. Mit 313 Millionen Euro lagen die Bestände in den Depots und auf den (Union Investment-)Anlagekonten um 6,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Vorstandsvorsitzender Kilimann: „Diese Entwicklung ist auch Folge des Sparverhaltens unserer Kunden. Weil das Sparbuch praktisch keine Zinsen mehr abwirft, ziehen immer mehr Anleger den Wertpapiermarkt als Anlage-Alternative in Betracht.“ Im immer härteren Wettbewerb unter den Finanzdienstleistern im Revier positioniert sich die Volksbank Marl-Recklinghausen eG als der Region verbundenes und den Mitgliederinteressen verpflichtetes Kreditinstitut. So ist das Institut Förderer zahlreicher Institutionen und Projekte in seinem Geschäftsgebiet. Die Summe von Spenden- und Sponsorengeldern im abgelaufenen Jahr lag bei 162.000 Euro.

Freude an der Volksbank haben auch die beiden Kommunen im Geschäftsgebiet. Der Grund: Steuerzahlungen im Umfang von 1,799 Millionen Euro, von denen der Großteil als Gewerbesteuer in die städtischen Haushalte fließt.

Knapp 60.000 Kunden zählt die Volksbank Marl-Recklinghausen eG aktuell. Insgesamt 27.150 (45 Prozent) davon sind ihr durch eine Mitgliedschaft besonders eng verbunden. Für sie alle unterhält die Kreditgenossenschaft in Marl und Recklinghausen ein Netz von elf Bankstellen, acht SB-Centern, einer Online- und Telefon-Filiale. Ab dem 31. Januar wird die Volksbank Beratungskompetenzen in den Stadtteilen Hüls und Alt-Marl bündeln. Die bisherigen Filialstandorte Drewer-Süd und Sinsen bleiben ab dann aber als SB-Center für einen großen Teil des Bankgeschäftes erhalten.

Stichwort Genossenschaft: Groß war die Freude der Volksbank darüber, dass die Genossenschaftsidee Ende des vergangenen Jahres als erster deutscher Beitrag überhaupt Aufnahme fand in die internationale Liste immaterieller Kulturgüter der UNESCO. Vorstandsmitglied Andreas Geilmann-Ebbert: „Wir sind glücklich und ein wenig stolz darüber, dass sich die von uns gelebte Rechtsform auch international so großer Beliebtheit erfreut.“