Wachstum trotz Gegenwind

29. Januar 2016

Vorstände der Volksbank Marl-Recklinghausen eG ziehen positive Bilanz für 2015 / Bilanzsumme steigt um 5,2 Prozent / Positive Entwicklung auch im Einlagen-und Kreditgeschäft

Marl/Recklinghausen. Die Volksbank Marl-Recklinghausen eG bleibt trotz schwieriger Rahmenbedingungen im Finanzsektor weiterhin auf Wachstumskurs. „Wir können im Interesse unserer Mitglieder, Mitarbeiter und Kunden auf ein insgesamt zufriedenstellendes Geschäftsjahr 2015 zurückblicken“, stellte der Vorstand der Volksbank, Olaf Kilimann und Andreas Geilmann-Ebbert, beim Jahrespressegespräch am Freitag, 29. Januar, in der Hauptstelle der Genossenschaftsbank fest. Vorstandsvorsitzender Olaf Kilimann: „Die Volksbank steht auf einem soliden Fundament. Das werten wir als Erfolg unserer genossenschaftlich orientierten Geschäftspolitik“. Allerdings machten das Niedrigzinsniveau, ein schwieriges Kapitalmarktumfeld mit schwankenden Kursen sowie die immer komplexere, europäische Regulierung im Bankgeschäft auch der Volksbank Marl-Recklinghausen eG das Leben schwer.

Trotz dieses Gegenwindes, so Kilimann, könne die Volksbank ein deutliches Plus bei den Einlagen und ein zufriedenstellendes Wachstum bei den Krediten verzeichnen.

Die Stärke der Volksbank Marl-Recklinghausen eG manifestiert sich beim Blick auf die wichtigsten Bilanzzahlen. Die Bilanzsumme erreichte per 31. Dezember 2015 knapp 1,1 Milliarden Euro – ein Plus von 5,2 Prozent. Dabei könne festgestellt werden, dass es sich hierbei - wie auch in den Vorjahren - um ein organisches Wachstum handelt, das sich über die Passivseite, die Einlagenseite der Bank, entwickelt habe.

Auch die Einlagen der privaten und gewerblichen Kunden stiegen – dem Niedrigzins und unverändert scharfen Konditionenwettbewerb zum Trotz – erfreulich an und erhöhten sich um 4,8 Prozent auf 893 Millionen Euro. „Das stetige Wachstum zeugt von der Attraktivität unserer Angebote“, betonte der Vorstand. Angesichts der niedrigen Zinsen hielt der Trend zu kurzfristigen Anlageformen weiter an. Dabei stand für viele Anleger der Substanzerhalt vor der Rendite. Das gesamte betreute Vermögen, einschließlich des Vermittlungsgeschäfts aus Bausparverträgen, Wertpapieren und Versicherungen, betrug fast 1,3 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent).

Nach wie vor ist das eigene Kreditgeschäft mit dem Privatkunden und mittelständischen Unternehmen des Geschäftsgebietes eine tragende Säule des Geschäfts. Die Volksbank war als Geldgeber gut gefragt und sagte ihren Kunden neue Kredite in Höhe von 130 Millionen Euro zu (+10 Prozent). Insgesamt wuchs das Kreditvolumen auf 542 Millionen Euro an. Für dieses Wachstum verantwortlich waren vor allem die privaten Baufinanzierungen (+20 Prozent), die zusammen mit Renovierungen und energetische Modernisierungen von privat genutzten Immobilien für eine gestiegene Nachfrage nach Finanzierungsmitteln sorgten.

Inklusive der vermittelten Kredite in Höhe von 134 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen der betreuten Forderungen 676 Millionen Euro. Die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen in Deutschland machten sich auch in einem verbesserten Konsumverhalten der Bürgerinnen und Bürger bemerkbar. Der flexible und schlanke Konsumkredit easycredit wurde um knapp 10 Prozent stärker nachgefragt als im Vorjahr. Auch online wurde dieser Kredit von Kunden abgeschlossen.

Das Fazit der Vorstandsmitglieder Kilimann und Geilmann-Ebbert: „Wir können unseren Kunden jederzeit mit ausreichenden Kreditmitteln bei gegebener Bonität zur Verfügung stehen. Die Liquidität haben wir. Bei der Volksbank Marl-Recklinghausen eG gibt es nicht die Spur einer Kreditklemme.“

Außerdem unterstützte die Bank ihre Kunden bei der Beantragung von öffentlichen Fördermitteln in Höhe von rund 12,9 Millionen Euro (+3,1 Prozent). Zusätzlich begleitete sie elf Existenzgründungen und vermittelte Immobilien in Höhe von 12,2 Mio € (Vorjahr 10,4).

„Wir nehmen unsere Verantwortung für die Region sehr ernst“, betonten Kilimann und Geilmann-Ebbert. So zahlte die Volksbank 2015 Steuern in Höhe von 2,2 Millionen Euro und beschäftigte 233 Mitarbeiter, darunter 17 Auszubildende.

Neben ihren Mitgliedern fördert die Bank Kultur, Bildung, Sport und unterstützt karitative Organisationen in der Region. „Im Geschäftsjahr 2015 haben wir viele Aktivitäten mit Spenden der Bank unterstützt“, verdeutlichte Geilmann-Ebbert. Knapp 100.000 Euro wurden an mehr als 170 Vereine, Schulen und Institutionen gespendet.

Bei der Bewältigung ihrer vielfältigen Aufgaben setzt die Bank nicht nur auf kompetente Mitarbeiter, sondern auch auf persönliche Nähe und eine umfassende Versorgung mit Finanzdienstleistungen vor Ort. Sie unterhält im Geschäftsgebiet für ihre mehr als 60.000 Kunden 11 Filialstandorte und 13 SB-Standorten. Darüber hinaus führte sie im Geschäftsjahr 2015 über 20.000 Beratungsgespräche durch. Neu bei der Volksbank Marl-Recklinghausen eG ist in 2016 ist die genossenschaftliche Beratung, die im gemeinsamen Gespräch mit dem Kunden dessen Ziele und Wünsche noch besser und anschaulicher als bisher zum Inhalt hat. Der Kunde hält am Ende seine persönliche Finanzübersicht in Händen, die ihm einen sehr guten Überblick über seine finanziellen Angelegenheiten bietet. „Ein Muss für jeden, ob alt oder jung, dem seine finanzielle Situation wichtig ist“, wirbt Geilmann-Ebbert für diese neue, optimierte Beratung.

Neben der Beratung wird die stetige Weiterentwicklung von online-fähigen Produkten ein wichtiger Wettbewerbsfaktor im „Ringen um die Gunst des Kunden“, ist sich Kilimann sicher. Die Einführung von paydirekt Ende 2015 ist solch eine Weiterentwicklung im Bereich des e-payment. Die Kunden können hier mit einem sicheren Verfahren schnell und einfach online shoppen und bezahlen.

In das neue Jahr geht die Volksbank mit verhaltenem Optimismus. Kilimann: „Wir rechnen wiederum mit Zuwächsen auf beiden Seiten der Bilanz.“ Die größten Herausforderungen sieht der Vorstandsvorsitzende in der Flut regulatorischer Anforderungen sowie im anhaltend niedrigen Zinsniveau. Kritik äußerte er an den Plänen der EU-Kommission, die verschiedenen Systeme der Einlagensicherung zu einem einheitlichen europäischen System zusammen zu führen. „Wir haben die Sorge, dass die soliden Genossenschaftsbanken künftig zahlen müssen, wenn große Privatbanken schlecht wirtschaften. Das kann nicht im Sinne unserer Mitglieder und Kunden sein.“