„Wir halten den regionalen Wirtschaftskreislauf in Schwung“

30. Januar 2014

Volksbank Marl-Recklinghausen eG baut Geschäfte mit eigenen Kunden aus/Gesamtvolumen über 1,8 Milliarden Euro/Kritik an SEPA-Verschiebung und Niedrigzinsen.

Marl/Recklinghausen. Die Volksbank Marl-Reckling­hau­sen eG hat im vergangenen Jahr mehr Kredite an Mittelstand, Häuslebauer und Immobilienkäufer herausgegeben. Darüber hinaus steigert das Genossenschaftsinstitut auch das betreute Vermögen seiner 62.000 Kunden. „Geschäfte mit anderen Banken haben wir ganz bewusst weiter zurückgefahren“, sagte Vorstandsvorsitzender Olaf Kilimann bei der Vorstellung der vorläufigen Jahresbilanz 2013: „Uns ist wichtig, dass wir den regionalen Wirtschaftskreislauf in Schwung halten. Das haben wir erfolgreich getan.“ Das betreute Kundenvolumen wuchs um 18 Millionen Euro auf 1,807 Milliarden Euro, die Bilanzsumme lag bei 1,01 Milliarden.

Weitere wichtige Themen waren für Kilimann die niedrigen Zinsen, die schlecht seien für Sparer und Regionalbanken, sowie die Verschiebung der SEPA-Einführung: „Das war nicht notwendig. 92 Prozent unserer Unternehmen und Vereine haben eine Gläubiger-ID beantragt. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und ordentlich beraten.“

Die zunehmenden Anforderungen an das Eigenkapital von Geldinstituten sah der Vorstandsvorsitzende differenziert: „Es ist gut, dass Finanzkonzerne ihr risikoreiches Geschäftsmodell abzusichern haben. Aber wer erklärt dem erfolgreichen Schreinermeister hier vor Ort, dass wir für seinen Kredit mehr Eigenkapital hinterlegen müssen als für griechische Staatsanleihen?“

Von diesen Umständen hat sich die Volksbank allerdings in ihrem alltäglichen Tun nicht beeinträchtigen lassen: Um acht Millionen Euro stieg die Summe der Finanzierungsmittel, die die Volksbank in die eigenen Bücher genommen hat. 500 Millionen Euro stehen aktuell auf der Aktivseite der Bilanz. Der Bestand der vermittelten Darlehen belief sich zum Jahresende auf 142 Millionen Euro. „Insgesamt tragen wir mit jetzt 642 Millionen Euro verlässlich dazu bei, dass unsere Firmen- und Privatkunden in Marl und Recklinghausen zukunftssicher investieren können“, machte Kilimann deutlich. Insgesamt seien über 70 Millionen Euro in neue Baufinanzierungen geflossen, elf Existenzgründungen wurden begleitet.

Das Geld für diese Investitionen kommt aus der Region: Die bilanziellen Einlagen erreichten rund 828 Millionen Euro. Hinzu kommen betreute Vermögenswerte bei Verbundpartnern wie R+V Leben, Bausparkasse Schwäbisch Hall, Union Investment und WGZ Vermögensverwaltung sowie Aktien und Anleihen in den Kundendepots. Die Summe aller Einlagen hat mit 1,165 Milliarden Euro einen Höchststand erreicht (plus ein Prozent).

„Immer noch setzen zahlreiche Anleger auf kurzfristige und sichere Sparformen“, berichtete der Vorstandsvorsitzende weiter. Dabei sei es gerade in einer Niedrigzinsphase wichtig, das eigene Vermögen möglichst breit anzulegen: „Wer nur Tagesgeld hat und auf höhere Zinsen wartet, verliert Geld – weil die Inflation jedes Tagesgeldkonto schlägt.“ 2013 haben vor allem Aktien- und Fondskäufer gute Renditen erzielt. „Welches Investment jetzt für welchen Anlagetyp sinnvoll ist, sollte jedes Mitglied und jeder Kunde im persönlichen Beratungsgespräch klären“, so Kilimann. Genau diese haben 2013 rund 24.000 Mal stattgefunden.

Ihre gesellschaftliche Verantwortung nahm die Volksbank Marl-Recklinghausen eG im vergangenen Jahr ebenfalls ernst. So wurden 2,2 Millionen Euro an Steuern gezahlt, auch an die Kommunen. Hinzu kamen 140.000 Euro, die als Spenden für die Vereinswelt aufgebracht wurden: Vor allem Jugendpflege und Kultur profitierten davon.